Gordon Familientraining

 

Das Programm wurde 1962 von Dr. Thomas Gordon in Kalifornien entwickelt. Er war Mitarbeiter von Carl Rogers und arbeitete als Psychotherapeut mit verhaltensauffälligen Kindern und deren Eltern. In der Therapie kam er darauf, dass die Kinder in Ordnung sind, ganz normale Kinder und Jugendliche. Er unterhielt sich auch mit den Eltern, und auch das waren ganz normale Menschen. Aber: Im Miteinander funktionierte es nicht. Die Kommunikation zwischen Eltern und Kindern war sehr gestört. Daraufhin hat er das Elterntraining entwickelt, damit Eltern lernen positive Beziehungen zu ihren Kindern zu haben und die Kinder sich zu ihrem Besten entwickeln können. Das Programm wird in 43 Ländern der Welt angeboten.

Man kann das Gordon Familientraining auch als Modell Erziehung mit Beziehung bezeichnen. Familie ist ein Raum, materiell und ideell, in dem Kinder mit Eltern leben und in Beziehung zueinander stehen. Dass wir uns wünschen, dass die Beziehung möglichst harmonisch ist, ist klar. Der Bereich, wo keine Probleme bestehen, wo alle zufrieden sind. An den ersten Seminarterminen geht es darum, wie wir Missverständnisse vermeiden können. Zeit, Umgebungsgestaltung, Kommunikationsmethoden spielen eine Rolle.

Anschließend beginnt man mit dem Bereich, wenn das Kind ein Problem, Schmerzen, Kummer, Ängste, ... hat. Wir werden uns im Seminar Werkzeuge aneignen, mit denen wir unseren Kindern in solchen Situationen hilfreich beistehen können. Nicht indem wir das Problem für das Kind lösen, sondern indem wir das Kind dazu anleiten sein Problem selbst zu lösen. So wird das Kind selbstbewusster und selbstständiger. Wenn es dem Kind in so einer Situation schlecht geht, dann wollen wir ja helfen. Und wir können es auch!

In der zweiten Seminarhälfte geht es darum, was wir in Konfliktsituationen tun können. Auch Eltern haben Probleme und Ärger. Wie kann man seinen Ärger so ausdrücken, dass das Kind ihn hören kann und auch hören will. Oft wenn wir uns ärgern, dann sagen wir du bist faul, dumm, schlampig, bös, ... Wenn Kinder das oft hören, dann definieren sie sich auch als das, als was wir sie bezeichnen. Sie sind gefangen darin und können nicht raus. Im Gordon Familientraining gehen wir auf die Suche nach solchen Kommunikationsfallen um sie zu verändern. Wir lernen Konflikte auf partnerschaftlicher Basis zu lösen. Wir nehmen unser Elternrolle, unsere Führungsaufgabe ernst. Das Kind braucht nur Kind sein. Wir führen, aber eben nicht mit Macht und Autorität, sondern partnerschaftlich.

Oft schaut es so aus, dass der Elternteil bestimmt was zu sein hat, und das Kind muss es tun. Oder, dass das Kind solange bittet und bettelt oder schreit und tobt, bis es bekommt was es will. Der Elternteil muss verzichten. Im Familientraining lernen wir, wie wir gemeinsame Lösungen entwickeln können. Das ist mehr als ein Kompromiss. Man sucht gemeinsam eine Lösung, die für beide passt. So steigen beide mit dem Bild aus, dass ihre Bedürfnisse befriedigt sind, und dass der andere Liebe und Respekt für ihn empfindet. Es werden auch Geschwisterkonflikte und der Umgang mit verschiedenen Werteeinstellungen Thema sein.

Die einzelnen Kommunikationswerkzeuge sind für alle einfach zu erlernen. Im Seminar werden sie diskutiert und ausprobiert. In Rollenspielen üben wir, wann wir welche Methoden einsetzen.

Geschlossenes Seminar mit max. 12 TeilnehmerInnen

10 x 3 Stunden (auch anders organisierbar)

 

Preis (ink. original Unterlagen und zahlreichem Material): EUR 240,-
Ermäßigung für Paare: EUR 360,-
Wenn das Seminar durch das Kath. Familienwerk veranstaltet wird: EUR 140,-

 

Zum Gordon Familientraining biete ich regelmäßig kostenlose Informationsabende an.

Für Absolventinnen des Gordon Familientrainings finden mehrmals jährlich Übungsabende statt.